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Antike und prähistorisches Zeitalter
- zwischen 25.000 und 5.000 v.Chr.:
Storegga-Ereignis; der Abbruch einer Fläche von der Größe Islands (in drei
Schüben) vom Kontinentalabhang vor Norwegen muss einen Tsunami gewaltigen
Ausmaßes verursacht haben.
- In prähistorischer Zeit kamen gewaltige Tsunamis mit Höhen von 300 bis
400 m vor. Sie entstanden durch gewaltige Hangrutsche oder Einstürze ganzer
Berge, die aufgrund von vulkanischen Tätigkeiten ins Meer brachen, zum
Beispiel auf den Inseln Hawaiis vor 110.000 Jahren, oder durch
Unterwasserlawinen, wie vor 8.000 Jahren vor der norwegischen Küste. Solche
Tsunamis können durch Ablagerungen von so genannten
Tsunamiten und Felsproben rekonstruiert werden.
- ca. 6.300 v. Chr. verursachte ein Bergsturz am Ätna einen
Tsunami im östlichen Mittelmeer;
- Spätes 16. Jh. v. Chr. (nach sehr umstrittenen neueren Theorien 1628
v. Chr.): Eine Vulkanexplosion auf
Santorin soll nach Meinung einiger Forscher zu bis zu 60 Meter hohen
Wellen im gesamten östlichen Mittelmeer geführt haben. Bis vor einigen
Jahrzehnten nahmen einige Forscher an, dass die Flutwellen zur Auslöschung der
minoischen Kultur geführt hat. Die minoische Kultur bestand jedoch noch
mindestens ein halbes Jahrhundert weiter.
- 479 v. Chr.: Der älteste genau datierbare Tsunami wird vom griechischen
Historiker
Herodot überliefert. Die persischen Belagerer von
Potidaia wurden von einer riesigen Welle überrascht, als sie sich das
unerwartet zurückziehende Meer zunutze machen wollten, um die Stadt
anzugreifen. Herodot schreibt das Auftreten der rettenden Flutwelle dem
Meeresgott
Poseidon zu.
- 426 v. Chr.: Der Historiker
Thukydides beschreibt in seinem Werk Der Peloponnesische Krieg
anhand des
Erdbebens im Golf von Euböa erstmals den ursächlichen Zusammenhang des
Auftretens von Erdbeben und nachfolgenden Flutwellen.
- 373 v. Chr.: Erdbeben und Flutwelle zerstörten das 2 km von der Küste
gelegene
Helike restlos. Die Katastrophe wurde von mehreren
antiken Geographen beschrieben[8]
und könnte einer Theorie zufolge den Zeitzeugen
Plato zum Mythos von
Atlantis angeregt haben.
- 365 n. Chr.: Der
römische Historiker
Ammianus Marcellinus (Res Gestae 26.10.15-19) berichtet von einem
gewaltigen Tsunami, der am 21. Juli 365 die östlichen Küsten des Mittelmeeres
heimsuchte und den Tod Zehntausender von Menschen zur Folge hatte. Ammianus
schilderte dabei genau die charakteristische Abfolge von Erdbeben, Rückzug des
Meers und heranrollender Riesenwelle.
- 9. Juli 869: Eine durch das
Jōgan-Sanriku-Erdbeben ausgelöste Tsunami trifft auf über hunderte von
Kilometern auf die Küste der
japanischen Region
Tōhoku, zerstört nach den Aufzeichnungen hunderte von Dörfern und dringt
bei
Sendai mehr als 4 km in das Landesinnere vor. Dabei kommen 1000 Menschen
um.
17. Jahrhundert
- 18. September 1601: Ein Erdbeben mit Zentrum in
Unterwalden in der
Zentralschweiz forderte angeblich acht Tote. Erschütterungen waren in der
ganzen damaligen
Schweiz zu spüren. Die durch das Erdbeben ausgelösten Erdrutsche führten
zu einer vermutlich bis zu 4 Meter hohen Flutwelle im
Vierwaldstättersee, die in der Stadt
Luzern beträchtliche Schäden anrichtete. Das Ereignis wurde vom damaligen
Stadtschreiber
Renward Cysat ausführlich beschrieben. Es handelt sich um einen der ersten
durch einen Augenzeugen gut dokumentierten Tsunami.
- 20. Januar 1607 (nach Julianischem Kalender):
Überschwemmungen am Bristolkanal forderten rund 2.000 Todesopfer. Als
Ursache wird in der jüngeren Forschung ein Seebeben vermutet.
18. Jahrhundert
- 28. Oktober 1746: Ein Erdbeben mit anschließendem Tsunami zerstörte die
peruanische Hafenstadt
Callao. Von den rund 5000 Bewohnern überlebten nur etwa 200.
- 1. November 1755: Die portugiesische Hauptstadt
Lissabon wurde von einem Brand zerstört, der infolge eines Erdbebens
ausbrach (Erdbeben
von Lissabon). Als die Einwohner vor den Flammen an das Ufer des
Tejo flüchteten, wurden sie von haushohen Flutwellen überrascht. Zwei
Drittel der Stadt wurden zerstört, 60.000 Menschen starben. Der Tsunami machte
sich noch in
Irland und jenseits des Atlantiks auf den
kleinen Antillen bemerkbar,
Madeira wurde von 15 Meter hohen Wellen erreicht. Das Erdbeben war auch in
Venedig deutlich zu spüren und wird sogar in
Casanovas Memoiren erwähnt.
19. Jahrhundert
- 13. bis 15. August 1868: Nach einem Seebeben vor der südamerikanischen
Küste richtete ein Tsunami in Chile und an den Ostküsten von Neuseeland sowie
Australien erheblichen Schaden an. Tausende Menschen starben dadurch. Das
Ereignis führte zur frühen geowissenschaftlichen Erklärung durch
Ferdinand von Hochstetter.
- 27. August 1883: Nach der
Explosion des Vulkans
Krakatau entstand ein großer Tsunami, der im nahen Umkreis 40 m hohe
Flutwellen auslöste, durch die ungefähr 36.000 Menschen starben.
- 13. März 1888: Bei
Hatzfeldhafen (Deutsch-Neuguinea)
wurde die 8 m hohe Flutwelle eines Tsunamis beobachtet, der durch den Ausbruch
des Vulkans auf der
Ritter-Insel ausgelöst worden war.
- 15. Juni 1896: Der durch das
Meiji-Sanriku-Erdbeben ausgelöste Tsunami, eine Wasserwand von 23 m Höhe,
überraschte Japan während religiöser Feierlichkeiten, 26.000 Menschen
ertranken.
20. Jahrhundert
- 15. Januar 1905: Bei einer durch einen Felsabsturz des
Ramnefjell in den
Lovatn-See (Norwegen)
verursachten 40 m hohen Flutwelle starben am 10 km entfernt gegenüberliegenden
Ufer 63 Einwohner der Dörfer
Bodal und
Nesdal.
- 31. Januar 1906: Die Küsten
Kolumbiens und
Ecuadors wurden von einer verheerenden Flutwelle überschwemmt, 500 bis
1500 Menschen kamen ums Leben.
- 28. Dezember 1908: Die Stadt
Messina in Italien wurde fast vollständig durch ein Erdbeben und einen
darauffolgenden Tsunami zerstört. Mehr als 75.000 Menschen fanden den Tod
(siehe
Erdbeben von Messina 1908).
- 18. November 1929: Der
Neufundlandbank-Tsunami forderte 28 Tote und mehr als 10.000 Obdachlose.
- 2. März 1933: Der auf das
Shōwa-Sanriku-Erdbeben vor Japan folgende Tsunami mit einer Wellenhöhe bis
28,7 m forderte über 1.500 Tote und 1.500 Vermisste.
- 1936: Bei einem erneuten Felsabsturz des
Ramnefjell in den
Lovatn-See (Norwegen) entstand eine 70 m hohe Flutwelle und zerstörte
wiederum zwei Dörfer. Ein Ausflugsschiff wurde 350 m weit ins Land getragen.
Die Dörfer wurden daraufhin aufgegeben, so dass bei einem weiteren Erdrutsch
mit Flutwelle im Jahre 1950 keine Opfer zu beklagen waren.
- 1. April 1946: Vor Alaska riss eine Welle infolge eines Erdbebens die
fünfköpfige Besatzung eines Leuchtturmes in den Tod. Stunden später erreichte
die Welle das fast 3.700 km entfernte Hawaii, wo 159 Menschen starben.
- 5. November 1952: 2336 Einwohner von
Sewero-Kurilsk kamen durch einen von einem Seebeben 130 km vor der Küste
Kamtschatkas hervorgerufenen Tsunami ums Leben. Zerstörungen gab es auch
in anderen Ortschaften Kamtschatkas und der
Kurilen.
- 9. Juli 1958: In der
Lituya Bay (Alaska) entstand durch einen Erdrutsch ein Tsunami, der auf
dem gegenüberliegenden Uferhang der engen fjordähnlichen Bucht eine Höhe von
bis zu 520 m erreichte.
- 22. Mai 1960: Das
Erdbeben von Valdivia erzeugte eine elf Meter hohe Welle im Pazifik, die
in
Chile 1.000 Menschen tötete. Auf Hawaii kamen 61 Menschen ums Leben, doch
konnte durch ein erstes
Warnsystem der Ort
Hilo
rechtzeitig evakuiert werden.
- 27. März 1964: Am Karfreitag löste das
Karfreitagsbeben vor Alaska an der gesamten Westküste der USA eine
Flutwelle aus und forderte zahlreiche Opfer
- 16. August 1976: Ein Tsunami im
Golf von Moro forderte auf den
Philippinen mehr als 5.000 Menschenleben.
- 26. Mai 1983: Ein Erdbeben der Stärke 7.7 löste im Norden von Japan in
den Präfekturen Akita und Aomori einen 14 m hohen Tsunami aus, welcher 104
Todesopfer forderte. Das Epizentrum lag in der Sea of Japan vor Oga Peninsula
/ Akita.
- 2. September 1992: Beim
Nicaragua-Erdbeben 1992 mit Epizentrum 120 km vor der Küste wurden
mindestens 116 Personen getötet, viele davon wurden an der Pazifikküste von
Nicaragua von einer zehn Meter hohen Flutwelle überrascht.
- 12. Juli 1993: Ein Erdbeben der Stärke 7.7 löste im Norden von Japan
bei Okushiri Island einen 32 m hohen Tsunami aus, welcher 230 Todesopfer
forderte. Das Epizentrum lag in der Sea of Japan in der Nähe von Hokkaido.
- 17. Juli 1998: An der Nordküste von
Papua-Neuguinea wurden 2.000 Menschen von einer Flutwelle getötet, die von
einem Beben ausgelöst wurde.
21. Jahrhundert
- 21. Mai 2003: Ein
Erdbeben vor Algerien tötete mehr als 2.000 Menschen und löste einen
kleinen Tsunami aus, der auf
Mallorca und
Ibiza zu lokalen Überschwemmungen führte.
- 26. Dezember 2004: Durch ein
Erdbeben im Indischen Ozean (3° 33' Nord, 95° 8' Ost) vor der Insel
Sumatra, das eine
Magnitude um 9,3 hatte – das drittstärkste je gemessene Beben –, ereignete
sich eine der bisher schlimmsten Tsunamikatastrophen der Geschichte.
Mindestens 231.000 Menschen in acht asiatischen Ländern wurden getötet. Die
Wellenenergie breitete sich mehrere tausend Kilometer bis nach Ost- und
Südostafrika aus und forderte als Flutwelle dort weitere Opfer.
- 17. Juli 2006: Ein
Seebeben vor der indonesischen Insel Java löste einen Tsunami aus, durch
den über 700 Menschen ums Leben kamen.
- 2. April 2007: Ein
Seebeben bei den Salomonen der Stärke 8,0 löste im Südpazifik einen
Tsunami aus, der die
Salomonen-Inseln verwüstete, die Flutwelle war bis zu 12 Meter hoch. Das
Epizentrum lag nur 40 Kilometer südöstlich von
Gizo,
es wurden mindestens 12 bis 20 Menschen getötet.
- 30. September 2009: Ein
Erdbeben vor der Küste der Samoainseln mit der Stärke 8,0 löste einen
Tsunami aus, der Teile der Insel verwüstete. Nach ersten Berichten kamen dabei
mindestens 80 bis 100 Menschen ums Leben.
- 25. Oktober 2010: Ein Erdbeben der Stärke 7,2 bis 7,5 löste auf den
Mentawai-Inseln vor Sumatra einen Tsunami mit gut drei Meter hoher
Flutwelle aus, die bis zu 600 Meter landeinwärts drang. Mindestens 272 Tote
und weitere Vermisste.[15][16]
- 11. März 2011: In Folge eines
Erdbebens der Stärke 9,0 trifft ein Tsunami mit einer Höhe bis zu 23
Metern die
ostjapanische Küste vor
Tōhoku. Die Flutwellen breiten sich über den gesamten Pazifikraum aus,
treffen die Küsten anderer Länder aber weniger stark als zunächst befürchtet.
Noch Wochen später sind diverse Nachbeben und neue starke Erdbeben zu spüren.
Bestätigt sind bisher 11.500 Todesopfer und 16.400 Vermisste. Durch diesen
Tsunami wurden u.a. die
Nuklearunfälle von Fukushima-Daiichi ausgelöst.